Möglicher physiologischer Hintergrund des 1:59-Marathons

Das Team von INSCYD hat mit ihrer Analyse-Software den Lauf von Eliud Kipchoge beim INEOS Projekt 1:59-Challenge physiologisch untersucht. Bei der Berechnung gehen die Autoren von einem VO2max von 78 ml/min/kg bei Eliud Kipchoge aus. Das VO2max beschreibt wieviel Milliliter Sauerstoff der Körper unter Belastung pro Minute und Kilogramm Körpergewicht maximal verwerten kann. Der geschätzte Wert ist für Kipchoge durchaus realistisch und die Annahme wird im Artikel auch korrekt begründet. Normalerweise liegt dieser Wert bei durchschnittlichen männlichen Breitensportler im Bereich von 35 bis 40 ml/min/kg. Durch ein günstiges genetisches Potenzial sowie jahrelanges Training konnte Kipchoge überhaupt ein solches Level erreichen. Welche Faktoren sonst noch einen wichtigen Einfluss auf die phänomenale Leistung Kipchoges‘ bei diesem Projekt hatten könnt ihr im Blogartikel von INSCD nachlesen (etwas Fachwissen vorausgesetzt).

Bild © Reuters

Training des Monats: Oktober

Mit dem Herbst stehen die Stadtläufe an und wir bereiten uns langsam auf die kommende Saison vor. Ein Training das uns Kraft in die Beine bringt ist sicher von Nutzen. Unser Tipp: Hügelläufe. Nach dem Einlaufen eine (moderate) Steigung finden – wer auch etwas für seine Schnelligkeit tun will am besten auf Asphalt – diese 10x 1 Min. schnell hochlaufen und ganz locker zurücktraben zum Start. Am besten läuft man den ersten bei 90-95% und versucht dann jedes Mal wieder gleich weit oder weiter zu kommen. Viel Spass beim Ausprobieren!

Entwicklung der Rennzeiten auf Hawaii

Mit dem Ironman Hawaii steht das Highlight der Langdistanz Triathlonszene unmittelbar bevor. Wenn sich am 12. Oktober die besten Athleten über die Distanz von 3.86km Schwimmen, 180.2km Radfahren und 42.195km Laufen messen, schauen viele von uns gebannt zu und staunen über die enormen Leistungen der Athleten.

Mit der Entwicklung der Sportart in den letzten 40 Jahren haben sich auch die Zeiten auf Hawaii deutlich verändert. Bei den Frauen verbesserten sich die Rennzeiten von 1983 bis 2018 um 20.8% während es bei den Männern 13.3% waren. Den grössten Unterschied zwischen den Geschlechtern innerhalb der einzelnen Disziplinen gab es dabei beim Schwimmen (12.1% Verbesserung bei den Frauen bei nur 3% Verbesserung bei den Männern). Den kleinsten Unterschied (Verbesserung von 15.5% bei den Frauen verglichen mit den 12.5% der Männer) konnte dabei beim Laufen gemessen werden. Die Disziplin in welcher insgesamt die grössten Verbesserungen erzielt werden konnten ist das Radfahren. [1] Die technische Entwicklung auf dem Rad hat hier sicherlich einen entscheidenden Faktor dazu beigetragen [2].

Wie weit eine Verbesserung der Zeiten noch möglich ist, wird die Zukunft zeigen. Obwohl der Hunger nach immer schnelleren Zeit nicht ewig gestillt werden kann, dürfen wir uns trotzdem weiterhin auf schnelle Rennen und vor allem auf sensationelle Leistungen der Athleten freuen.

Literatur:
[1] Barbosa, LP; Sousa CV et al., Celebrating 40 years of Ironman: How the Champions Perform,. Int. J. Environ. Res. Public Health 2019, 16 (6)
[2] Jeukendrup, A.E.; Martin, J. Improving cycling performance. Sports Med. 2001, 31, 559–569.